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Darmflora aufbauen und rundum wohlfühlen

Sebastian Grimm | 19.07.2021

Darmflora aufbauen – rundum wohlfühlen

Wertvolle Tipps für einen gesunden Darm

Der Darm ist eines der wichtigsten Organe unseres Körpers. Er bestimmt darüber, wie wir uns fühlen, nicht nur körperlich, auch für unsere Psyche ist er ein ausschlaggebender Faktor. Macht er schlapp, ist Darmflora aufbauen durch eine ausgewogene Ernährung unbedingt sinnvoll um die Gesundheit zu erhalten. Diese faszinierende Maschine schleust im Laufe unseres Lebens ca. 30 Tonnen Nahrung und rund 50.000 Liter Flüssigkeit durch den Körper. Wichtig dabei ist ein stabiles Milieu der Darmbakterien, die die Stoffe aufnehmen und gewinnbringend für uns verarbeitet. Um so ausgeglichener die Bakterienkultur, umso ergiebiger kann der Darm verstoffwechseln, Schädlinge bekämpfen und Wohlgefühl in uns auslösen.  

 

Rund um die Darmflora

 

Unsere Darmflora besteht aus 100 Billionen Kleinstorganismen. Dieses Mikrobiom ist hauptsächlich aus Bakterien zusammengesetzt aber auch Pilze und Viren haben hier ihren berechtigten Platz. Eine gesunde Lebensweise und Ernährung trägt ausschlaggebend zum sensiblen Gleichgewicht des Milieus bei. Während unserer Geburt gelangen diese lebenswichtigen Helfer über die Schleimhäute der Mutter in unseren Organismus. Deshalb wird angeraten, auch Kinder, die durch einen Kaiserschnitt geboren werden, an dieser natürlichen Gabe, kurz nachdem sie zur Welt gekommen sind, teilhaben zu lassen. Der bis dahin sterile Darm bekommt so die Grundausstattung für ein gesundes, kraftvolles Leben mit sich. In den folgenden Monaten und Jahren siedeln sich immer mehr neue Mikroorganismen im kleinen Körper an, bis sich der Darm um das dritte Lebensjahr herum stabilisiert.

 

Menschen haben unterschiedlich zusammengesetzte Mikrobiome. Jedoch gibt es bestimmte Bakterien, die in jedem Menschen in ähnlicher Menge vorhanden sind. Forscher sprechen von verschiedenen Ökosystemen. Je nachdem wie viele Bakterien von welcher Sorte angesiedelt sind, arbeiten diese unterschiedlich, bringen dadurch auch verschiedene Verhaltens- und Vorgehensweisen mit sich und formen dadurch den Charakter des Menschen mit. Auch die Verträglichkeit von Medikamenten oder Stoffen, die der Darm aus der Nahrung filtert, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hängen von der Zusammensetzung unseres Darmmilieus ab. In eine ausgewogene Darmflora gehören in jedem Fall Bifidobakterium, Lactobacillus acidophilus und auch Enterococcus faeciumFirmicutes, Probakterien, Bacteroides und Actinobakterien sollten in einem stabilen Verhältnis bleiben. Sie können bei ungesunder Ernährung, Stress oder bestimmten Krankheiten Überhand nehmen und das Gleichgewicht empfindlich stören. Im Allgemeinen gilt: Je vielfältiger unsere Bakterienkultur im Darm, umso besser. Umso geringer die Diversität (“verarmt”), umso eher fühlen wir uns schlapp, gereizt oder sogar krank.  

 

Eine gesunde Verdauung

 

Viele dieser kleinen Organismen können unsere Darmflora aufbauen und sie stabilisieren. Sie sind Resteverwerter und zersetzen die Bestandteile unserer Nahrung. Sie spalten sie in Enzyme, die dann von den Darmzotten aufgenommen und in unseren Blutkreislauf abgegeben werden. Ballaststoffe sind ein Hauptbestandteil gesunder Ernährung und für den Erhalt unserer Schleimhäute wichtig. Diese werden von den Bakterien in kurzzeitige Fettsäuren “fermentiert” und in Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure umgebaut. Sie sind wahre Energiebooster für unsere Darmzellen.

 

Zehn Prozent der aufgenommenen Ballaststoffe werden täglich durch bakteriellen Abbau zur Regulierung unserer Zucker- und Fettstoffwechsel zur Verfügung gestellt. Bei einer ausgewogenen Ernährung mit wenig Zucker werden potenziell schädliche Bakterien, die Durchfall oder zum Beispiel Reizdarm auslösen können, von einer stabilen Darmflora verdrängt. Die “guten Bakterien” fressen das Futter und verbrauchen den Sauerstoff, den die schädlichen und krankmachenden Keime zum Leben brauchen. Andere produzieren Abwehrstoffe und verhindern so das Ansiedeln unwohl verursachender Eindringlinge an den Schleimhäuten. Lactobazillen und Bifidobakterien wandeln Ballaststoffe in Milchsäure. Diese ist verantwortlich dafür, dass der ph-Wert im Darm sinkt und somit ein darmfreundliches saures Milieu bestehen bleibt.

 

Wichtige Vitamine wie z. B. B-Vitamine oder Vitamin K werden von unseren Bakterien produziert. Kaffee, Softdrinks und Alkohol sollten bei einer ausgewogener Ernährung keine große Rolle spielen. Eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Darm ist seine Barriere. Sie sorgt dafür, dass gute Stoffe in den Blutkreislauf gelangen, schlechte zuvor aussortiert und ausgeschieden werden. Eine undichte Darmwand nennt man “Leaky-Gut-Syndrom”. Dieses verursacht Durchfall und vielfältige andere Symptome oder auch das Reizdarm-Syndrom. Immunsystem und Darmflora sind unterstützende Gegenspieler. Sie stimulieren sich wechselseitig im Wettkampf um Gesundheit und Stabilität. Sie helfen sich, gesunde und krankmachende Keime zu erkennen und zu entscheiden, wie gehandelt werden soll. Deswegen ist ein kritischer Blick auf die gewohnte Ernährung so wichtig. 

 

Geschädigte Darmflora

 

Heißhungerattacken oder Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln können auf eine gestörte Darmflora hinweisen. Aber auch Durchfall, Blähung, Verstopfung und Bauchschmerzen zählen zu den ersten Anzeichen. Ein Reizdarm kann die Folge eines Ungleichgewichts im Bakterienhaushalt sein. Collitis irrstabile, wie der Reizdarm auch genannt wird, ist eine Funktionsstörung des Darms, der die üblichen Abläufe hemmt und verschiedenste Symptome auslöst. Menschen mit Reizdarm können über Monate und Jahre betroffen sein, davon aber wegen der unspezifischen Faktoren, die damit einhergehen, nichts wissen. 

 

Reizdarm ist auch bei Diagnose nicht ursächlich behandelbar. Aufgrund dessen richtet sich die Therapie in der Regel darauf aus, die Symptome zu lindern. Die Symptome des Reizdarm-Syndroms ähneln anderen Erkrankungen. Deshalb ist eine klare Diagnose wichtig bei Verdacht auf einen Reizdarm. Gesunde Ernährung und die Darmflora aufbauen sind wichtige Elemente der Behandlung. Dafür werden auch Probiotika eingesetzt. Häufig verläuft das Reizdarm-Syndrom chronisch und verschwindet nicht von selbst wieder. Die Hinweise verdichten sich, dass weitere Erkrankungen mit einer gestörten Darmkultur zusammen hängen könnten. Hierzu zählen Übergewicht, Arteriosklerose, Autismus, Depressionen und Diabetes.  

 

Darmflora aufbauen

 

Eine ausgewogene Ernährung ist in jedem Fall ein Gewinn für die Gesundheit. Besonders wichtig ist sie beim Darmflora aufbauen. Ballaststoffe sind Sattmacher und Verdauungsförderer in einem. Die wasserlöslichen Vertreter gelangen unverändert in den Dickdarm und ernähren unsere lebhaften Mitbewohner die so unsere Darmflora aufbauen. Gemüse wie Chicorée, Schwarzwurzel und Topinambur ist deshalb bei einer gesunden Ernährung wichtig. Sie liefern Inulin, welches eine Lieblingsspeise unserer nützlichen Helferlein beim Darmflora aufbauen ist. Lösliche Ballaststoffe, sogenannte Pektine, die in Schalen von Äpfeln, Flohsamenschalen oder Leinsamen stecken, gehören ebenso dazu.

 

Kartoffeln und Reis sind ein wahrer Gesundbrunnen für unsere Schleimhäute. Sie helfen beim Darmflora aufbauen durch ihren hohen Stärkeanteil. Probiotika werden angewandt um die Bakterienstämme im Darm zu stärken. Beim Darmflora aufbauen oder bei einem Reizdarm stabilisieren sie das Bakterienmilieu. Probiotika liefern lebende Mikroorganismen, die aus Laktobazillen und Bifidobakterien bestehen. Enthalten sind auch wichtige Hefekulturen wie Saccharomyces boulardii. Für den Aufbau der Darmflora gibt es auch natürliche Probiotika in Lebensmitteln wie Joghurt. Sie sind in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten oder auch als Arzneimittel verfügbar. 

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