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Nature Basics | 27.12.2021

Neem – das Allheilmittel der ayurvedischen Heilkunst

Alles Wichtige über Neem

Das als Pulver oder Öl erhältliche Neem entstammt dem Neembaum, auch Niem oder Indischer Flieder genannt. Der Neembaum enthält viele unterschiedliche Stoffe, die in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, auch die indische HeilkunstAyurveda greift darauf zurück. Hier erfährst du neben ayurvedischem Grundwissen, wie du Neem bzw. Niem anwenden kannst, was es genau ist und wobei es hilfreich wirken kann. 

 

Die indische Heilkunst Ayurveda

Übersetzt bedeutet das indische Wort Ayurveda das Wissen vom Leben. In dieser über 5000 Jahre bestehenden Tradition verfolgt Ayurveda drei Hauptziele:
– Individuelle und gesunde Ernährung einer 3-Typenlehre folgend
– Entgiftung des gesamten Körpers
– Stärkung der dem Körper innewohnenden Selbstheilungskräfte
Körperliches und seelisches Ungleichgewicht verursacht nach der Ayurveda Lehre Krankheiten. Das ideale Gleichgewicht wird anteilig durch drei Typen, sogenannte Doshas bestimmt. Diese drei Doshas setzen sich immer teilweise aus den fünf Elementen Luft, Feuer, Wasser, Erde und Raum zusammen:
Vata besteht aus Luft und Raum und steht für Lebensenergie.
Kapha bildet sich aus Wasser und Erde und gibt dem Körper Struktur, Wachstum und Beweglichkeit.
Pitta setzt sich aus Feuer und Wasser zusammen und sorgt im Körper für Stoffwechsel und Verdauung. 
Die Wirkung von Neem in diesem System wird wie folgt beschrieben:
Neem erhöht Vata und senkt Pitta und Kapha.

 

Was ist Neem eigentlich?

Der Name Himmelsgeschenk kommt durch den majestätischen Neembaum: Dieser kann 200 Jahre alt und 40 Meter hoch werden. In der Tradition des Ayurveda werden vom Neembaum Blätter, Samen, Rinde und Wurzeln verwendet. Enthalten sind über 100 nachweisbare Stoffe unterschiedlicher Wirkung. Daher ist der Anwendungsbereich ungewöhnlich groß:

 

Möbelbranche 

Hier werden bei der Herstellung von Möbeln die verwendeten Hölzer mit Neemöl behandelt. Das soll Schädlings- und Milbenbefall verhindern.

 

Landwirtschaft

Auch hier wird das Neemöl eingesetzt. Dieses wirkt antibakteriell und tilgt aber auch Pilze und Insekten. Da es ein Naturprodukt ist, ergeben sich keine schädigenden Nebenwirkungen auf Menschen und Tiere.

 

Medizin

Diese Anwendung wird dich am meisten interessieren und wird folgend noch ausführlicher dargestellt. Traditionell ist Neem Bestandteil der indischen Zahnhygiene und Mittel gegen Kopfläuse. Es soll auch gegen Bluthochdruck, Anämie und viele Hauterkrankungen wirken. 
Das erwähnte Neemöl ist die häufigste Verwendungsform. Dafür werden die Samen des Neembaumes gesammelt. Eine Art der Ölgewinnung ist die direkte Pressung. Eine andere Form der Ölgewinnung ist stundenlanges Belassen der Samen im Wasserbad, was die wichtigen Inhaltsstoffe löst. Manchmal wird dies auch durch induzierte chemische Reaktionen unterstützt. Neem gibt es bei uns mittlerweile auch als Extrakt, Tee, Pulver und sogar als Zahncreme.

 

Wofür kannst du Neem einsetzen?

Ein paar Beispiele wurden ja bereits genannt. Ungewöhnlich aus unserer westlichen Sicht, dass ein Wirkstoff für so viele unterschiedliche Symptome hilfreich sein kann, als da sind
– Hepatitis
– Schilddrüsenstörungen
– Erkrankungen des Magen-Darmtraktes
– Diabetes
– psychische Beschwerden
– Krebs
– erhöhter Cholesterinspiegel u.a.
Der Haupanwendungsbereich sind Beschwerden der Haut. Wie oben beschrieben sind die antibakteriellen Stoffe dafür ebenso verantwortlich wie eine entzündungshemmende Wirkung. Dies ist hilfreich gegen Akne, Ekzeme, Herpes, Neurodermitis, Psoriasis und weitere Hautbeschwerden.

 

Wie du Neem äußerlich und innerlich anwenden kannst

Da eine herausragende Wirkung die Haut betrifft, war schon immer auch eine äußerliche Anwendung üblich. Nebenwirkungen und Beschwerden sind nicht bekannt. Wenn du das erste Mal Neem auf der Haut verwendest, kannst du es zunächst auf einer kleinen Hautfläche testen: Wenn sich innerhalb von 10 Minuten keine Rötung oder brennender Juckreiz einstellt, ist eine weitere Verwendung unbedenklich. 
Neemöl sollte nicht pur, sondern gemischt mit hochwertigem Mandel- oder Olivenöl verwendet werden. Dabei nimmst du vom Neemöl nur 1 Prozent (für Anwendung bei Kindern) und für Erwachsene 3 Prozent. Schon sehr geringe Mengen lindern trockene Haut, Lippenherpes und kleine Verletzungen. Etwas mehr Öl kannst du bei Behandlung von Gelenkschmerzen, Prellungen, Blutergüssen und Hämorrhoiden verwenden. Bei Hautekzemen und Parasiten wie Krätzmilben sollte der Neemölanteil 25 Prozent betragen.
Neemextrakt auf Basis von Alkohol kann pur zur Wunddesinfektion eingesetzt werden. Für Einreibungen und Umschläge kann ordentlich mit Wasser verdünnt werden.

Innerlich wird Neem meist in Form von Neemöl und Neemextrakt beispielsweise in Kapselform eingenommen, es ist auch Neem als Tee erhältlich. Dieser kann über längere Zeit verwendet werden, da Neem darin nicht so hoch dosiert ist. Den hochkonzentrierten Extrakt sollte man nicht länger als 2 Wochen einnehmen.
Neem ist sehr bitter, manche Menschen vertragen die Einnahme auch nicht gut. Daher sollte man die Einnahmeempfehlung des jeweiligen Produktes beachten. Das wunderbare Geschenk vom Neembaum sollte auch als Naturprodukt in seiner starken Wirkung nicht unterschätzt werden. Bei längerer innerer Einnahme solltest du einen in Ayurveda erfahren Praktiker zu Rate ziehen.  

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