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Der gesunde Pflanzenstoff Sulforaphan steckt in Brokkoli

Sebastian Grimm | 29.04.2021

Sulforaphan: Was ist es und wie wirkt es?

Alles über den gesunden Brokkoli Extrakt

Sulforaphan: Welche Wirkung erzielt der Pflanzenstoff aus Brokkoli und Co.?

Hast du schon einmal von Sulforaphan gehört? Aufgrund seiner beachtlichen Wirkung wird der sekundäre Pflanzenstoff in der jüngeren Vergangenheit auch wissenschaftlich immer stärker untersucht. Seine Wirkung soll er nicht nur behandelnd, sondern zugleich präventiv erzielen. Wir haben für dich genauer hingeschaut und fassen zusammen, was Sulforaphan ist und wie es wirkt.

 

Was ist Sulforaphan?

Es handelt sich um einen sekundären Pflanzenstoff, der ausschließlich in verschiedenen Gemüsearten vorkommt – beispielsweise in Brokkoli, Rosen- oder Blumenkohl. Wissenschaftlich untersuchte man ihn erstmals im Jahr 1992 an der John-Hopkins-Universität in Baltimore. Heute schreibt die aktuelle Studienlage dem Stoff viele positive Eigenschaften zu, unter anderem dank entzündungshemmender, antimikrobieller und antioxidativer Eigenschaften. Professor Talalay, ein Krebsforscher, der die ersten Arbeiten an Sulforaphan publizierte, brachte den Stein ins Rollen. Seine nachfolgenden Arbeiten erachten viele als Meilenstein in der Forschung von antikanzerogenen Kohlsorten.

 

Welche Wirkung verspricht sich die Wissenschaft von Sulforaphan?

Eine Pflanze, die höhere Mengen von Sulforaphan enthält, könnte in der Lage sein, Viren, Bakterien und Pilze effizient zu bekämpfen. Wissenschaftler haben in der jüngeren Geschichte vor allem die antioxidativen Eigenschaften untersucht. Eine Besonderheit des Stoffes ist der Umstand, dass er freie Radikale nicht in direkter Art und Weise, sondern indirekt unschädlich macht. Ihren Beitrag dazu leistet die menschliche Leber, die die Entgiftungsenzyme aktiviert. Bereits jetzt existieren Studien, im Zuge dessen die Wirkung an Tieren untersucht wurde. Aufgrund der indirekten Neutralisierung der freien Radikale, entfaltet das Sulforaphan einen hemmenden Effekt gegenüber Tumorzellen und kann damit, zumindest bei den Tierversuchen, solche Krebszellen attackieren, die sich bis dato resistent gegenüber traditionellen, medikamentösen Therapien und Chemotherapien zeigten.

 

In welchen Pflanzen und Gemüsesorten ist Sulforaphan enthalten?

In höheren Mengen ist es insbesondere in Kreuzblütengewächsen enthalten. Dazu gehören auch alle gezüchteten Kohlsorten. Wenn du dir noch nicht sicher bist, welches Gemüse überhaupt dazu zählt, findest du nachfolgend eine kleine Übersicht über die bekanntesten Vertreter:

– Brokkoli (besonders hochkonzentriert in den Sprossen)
– Blumen-, Weiß- und Rosenkohl
– Meerrettich
– Radieschen

 

Zur Geschichte und Entstehung von Sulforaphan

Die Entstehung des Stoffes findet auf natürliche Art und Weise, dank einem chemischen Prozess, statt. Dafür müssen Pflanzenzellen zuerst einmal beschädigt werden, was zum Beispiel dann passiert, wenn ein Tier an diesen knabbert. Eigentlich ist der Stoff nämlich ein Abwehrstoff, mit dem sich die Pflanze gegenüber Pflanzenfressern zu schützen versucht. 

Seit den ersten Untersuchungen zum Anfang der 90er-Jahre, hat sich in der Wissenschaft viel getan. Unter anderem wird an Sulforaphan am Universitätsklinikum Heidelberg geforscht, genauer gesagt in der da ansässigen Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie. Die Mediziner und Wissenschaftler untersuchten die Wirkung insbesondere mit Hinblick auf Pankreaskarzinome. 

 

Welche Rolle spielt Sulforaphan im Kampf gegen den Krebs?

Die Beliebtheit dieser Superfoods, zu denen auch Lebensmittel mit Mariendistel gehören, kommt also nicht von ungefähr. Die aktuelle Studienlage untermauert, dass positive Effekte vor allem in der Prävention von Krebs auftreten könnten, mitunter auch in der unterstützenden Behandlung. Nicht einig sind sich die Wissenschaftler bisher, in welcher Dosierung das Sulforaphan in den Körper gelangen muss, um eine (optimale) Wirkung zu entfalten.

Eine Untersuchung von 80 Studien ermittelte, dass ein überdurchschnittlich hoher, regelmäßiger Konsum von den oben genannten Gemüsesorten dein Risiko an Krebs zu erkranken reduzieren könnte. Besonders positive Ergebnisse wurden mit Hinblick auf Magen-, Darm- und Lungenkrebs ermittelt. Eine weitere Studie, bei der die Wirkung an Mäusen untersucht wurde, kam ebenfalls zu positiven Ergebnissen. Dabei reduzierten sich Häufigkeit und Gewicht von Brust-Tumoren. Nichtsdestotrotz ist eine offizielle Wirkaussage bei Sulforaphan Nahrungsergänzungsmitteln von der EU noch nicht zugelassen und Produkte dürfen entsprechend nicht damit beworben werden.

 

Zurück zur Praxis 

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Integration von Sulforaphan in traditionelle Krebstherapien. An der Universitätsklinik Heidelberg fanden Studien zur Wechselwirkung zwischen Medikamenten wie Sorafenib und dem Sulforaphan statt. In diesen wurde ermittelt, dass der natürliche Pflanzenstoff die Wirkung des Medikamentes verstärkt hat. Besonders positiv ist außerdem der Umstand, dass der pflanzliche Stoff es den traditionellen Krebstherapien ermöglichte, auch solche Zellen zu erreichen, die sich bisher von diesen unbeeindruckt zeigten. Während Sorafenib beispielsweise nur kurzfristig das Tumorwachstum hemmen konnte, wurde die Wirkung durch den Einsatz des pflanzlichen Stoffes multipliziert.

 

Liefert Sulforaphan auch Vorteile in der Behandlung von Diabetes?

Diabetes ist, so viel ist längst bekannt, zur Volkskrankheit geworden. Nicht jedes Antidiabetikum ist aber für jeden Diabetes-Patienten geeignet. Metformin beispielsweise eignet sich Studien nach nur für etwa 85 % aller vom Typ-2 betroffenen Diabetes-Patienten. Eine Studie, die die Wirkung von Sulforaphan dem eines Placebos gegenüberstellte, wies erneut auf potentielle Vorteile hin. Der mit dem pflanzlichen Stoff behandelte Teil der 97 Probanden wies im weiteren Verlauf der Studie reduzierte Blutzuckerwerte auf.

 

Hilft das Gemüse-Powerfood womöglich sogar bei anderen Erkrankungen?

Lebensmittel mit Mariendistel, Kohlsorten und anderes Powerfood soll uns gesünder und vitaler machen. Womöglich kann es aber auch das Risiko für ernsthafte Erkrankungen präventiv reduzieren oder sogar, wie eben erwähnt, die Behandlung dieser unterstützten. Positive Ergebnisse aus Studien liegen weiterhin im Zusammenhang mit Magen- und Darmerkrankungen vor, beispielsweise bei Gastritis oder generell dann, wenn der Darm mit Bakterien wie Helicobacter pylori belagert ist. Das Bakterium muss nicht zwangsläufig zu weiteren Darmerkrankungen führen, gilt aber als Risikofaktor für Magengeschwüre, Gastritis und mitunter sogar Magenkrebs.

Ebenso liegen Studien mit positiven Ergebnissen im Zusammenhang mit diesen Erkrankungen vor:

– Asthma
– Heuschnupfen
– COPD
– Alzheimer
– Arthritis
– Haarausfall

Zur näheren Erklärung sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Studienlage abseits von spezifischen Krebserkrankungen immer noch sehr dünn ist. Schließlich sind seit der ersten Isolierung und Erforschung von Sulforaphan nur knapp drei Jahrzehnte vergangen, was zumindest in der Wissenschaft nicht unbedingt ein langer Zeitraum ist. Dennoch zeigt die Beliebtheit des Pflanzenstoffes, auch was die geschenkte Aufmerksamkeit unter Wissenschaftlern angeht, eine ebenso positive Tendenz wie diese ersten, wenn auch noch überschaubaren Studienergebnisse.

 

Zur Dosierung von Sulforaphan

Der pflanzliche Stoff wird, abseits des ihn eigentlich enthaltenden Gemüses, beispielsweise in Kapseln verarbeitet – mit 500 mg Brokkoli-Extrakten, wovon wiederum 10 % auf Sulforaphan entfallen, was dann einer Tagesdosis entspricht. Eine Alternative ist die Einnahme von Sulforaphan in Kapselform auch für Menschen, die gegenüber rohem Kohl eine Unverträglichkeit besitzen, beziehungsweise sensibel reagieren. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von übermäßigem Verzehr von Kohlsorten gehören beispielsweise ein Blähbauch und Völlegefühle.

Auch in Zukunft wird Sulforaphan zweifelsohne intensiv, mitunter noch stärker erforscht werden. Die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gewonnenen Studienergebnisse deuten bereits auf viele positive Eigenschaften hin. Interessant ist das für Wissenschaftler schon aufgrund einer weiteren Erklärung: eigentlich stehen antioxidativ wirkende Vitamine im Verdacht, die Wirkung einer Chemotherapie im Körper zu mindern. Bei Sulforaphan ist aber, allem Anschein nach, genau das Gegenteil der Fall. Aus Sicht der Wissenschaftler gilt es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten herauszufinden, warum das so ist und wo der pflanzliche Stoff noch zum Einsatz kommen kann – wahlweise präventiv und/oder behandelnd.

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