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Boswellia Serrata als Heilmittel

Nature Basics | 28.03.2022

Weihrauch – heilige Heilpflanze mit langer Tradition

Was die Heilpflanze mit sich bringt

Weihrauch ist ein Heilmittel mit langer Tradition. Menschen aus vielen Ländern der Erde setzen das Harz seit Jahrtausenden zur Heilung verschiedener Krankheiten und Beschwerden ein. Bekannt ist das Harz des Weihrauchbaums vor allem für seine Verwendung zum Räuchern sowie seine schmerzstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Doch dies ist längst nicht alles, was die Heilpflanze kann.

 

Traditionelle Verwendung von Weihrauch

Weihrauch hat eine lange Geschichte und war einst so kostbar wie Gold. Das Harz galt als heilige, heilende Substanz und wurde vor langer Zeit nicht selten als “Schweiß der Götter” bezeichnet. Es galt als Geschenk der Könige und als heilige Substanz. Da das Harz des Weihrauchbaums so begehrt war, wogen die Menschen es für lange Zeit in Gold auf und transportierten es über weite Strecken nach Europa. Die legendäre Weihrauchstraße ist 3500 Kilometer lang und führt vom indischen Ozean bis zum Mittelmeer. Es ist seit Jahrtausenden fester Bestandteil religiöser Rituale auf der ganzen Welt. Seit langer Zeit setzen Menschen aus vielen Ländern der Erde Weihrauch zudem zu medizinischen Zwecken ein. Seit mehreren Jahrtausenden ist der Menschheit bekannt, dass Weihrauch entzündungshemmend, antidepressiv und schmerzlindernd wirken kann. Ärzte und Heiler preisen die heilenden Wirkungen des Harzes seit der Antike und empfahlen die Behandlung mit Weihrauch zur Heilung zahlreicher Krankheiten. Die alten Griechen sowie die Römer verwendeten das heilende Harz beispielsweise, um verschiedene Wunden zu heilen. Im alten China behandelten Ärzte mithilfe des Wunderharzes sogar Krankheiten wie Lepra.

 

In der ayurvedischen Medizin wird Weihrauch traditionell seit mehreren Jahrtausenden zur Heilung von Gelenkbeschwerden und Entzündungen eingesetzt. In Europa hat die Heilpflanze eine lange Tradition in der Behandlung verschiedener Krankheiten und Beschwerden wie Gelenkentzündungen und -schmerzen, geriet im 19. Jahrhundert jedoch wieder in Vergessenheit. Seit den 1980er Jahren gerät das traditionelle Heilmittel jedoch zunehmend zurück in den Fokus der Medizin.

 

Herkunft und Gewinnung des Heilmittels

Die Substanz, die als “Weihrauch” bezeichnet ist, ist das Harz des Weihrauchbaums. Der Weihrauchbaum ist auch bekannt als Olibaum. Weihrauchbäume gehören zur Gattung Boswellia, die je nach Herkunft wiederum in Boswellia Serrata, Boswellia Sacra, Boswellia Carterii sowie Boswellia Papyriferia unterteilt werden. Der indische Weihrauch der Sorte Boswellia Serrata ist besonders für seine gesundheitsförderliche Wirkung bekannt und wird selbst im Europäischen Arzneibuch aufgeführt. Doch auch die anderen Arten des Weihrauchbaums verfügen über heilende Inhaltsstoffe, die allerdings weniger gut erforscht sind.

 

Die Bäume wachsen bis zu sechs Meter hoch, sind eher unscheinbar und strauchartig. Da sie zum Wachsen eine absolute Trockenheit sowie einen Boden mit einer ganz bestimmten mineralischen Zusammensetzung benötigen, wachsen sie nur in wenigen Gegenden der Welt und waren schon immer eine Seltenheit. Olibäume kommen in Afrika, Indien, Pakistan sowie auf der arabischen Halbinsel vor. Die größten Vorkommen findet man heutzutage in Indien sowie in Jemen, Somalia und Oman. Die Bäume scheiden ihr Harz von alleine und ohne äußere Einwirkung aus. In Sekretdrüsen bildet sich der Sanft und sammelt sich an heißen Tagen am Stamm. Die Bauern ritzen bei der Ernte die Rinde mit einem Messer an, um es besser zum Fließen zu bringen. Ein Weihrauchbaum bringt in der Regel einen Ertrag von drei bis zehn Kilogramm Harz pro Erntesaison. Das getrocknete Harz des Weihrauchbaums ist im Rohzustand, also getrockneten, kleinen Stücken, aber auch als Extrakt erhältlich.

 

Die Anwendung und Wirkung des Olibaum-Harzes ist besonders vielseitig. Das Harz im Rohzustand eignet sich hauptsächlich zum Räuchern. Der aus dem Harz gewonnene Extrakt hingegen ist in Form von Kapseln sowie Tabletten als Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel erhältlich und auf der ganzen Welt verbreitet. Seltener kommt die Verwendung von Weihrauch in Ölform vor. Zudem gibt es ein vielseitiges Angebot an weihrauchhaltigen Cremes und Salben.

 

Anwendung und Wirkung  von Weihrauch

Besonders verbreitet ist die tägliche Einnahme des Weihrauch-Extrakts in Kapselform. Diese können bis zu drei mal täglich als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Doch Weihrauch ist mehr als nur Nahrungsergänzungsmittel, denn die Pflanze ist ein kraftvolles traditionelles Heilmittel. Mittlerweile liegen zahlreiche Studien vor, die die gesundheitsförderlichen Wirkungen des Weihrauch bestätigen. Das Harz wirkt entzündungshemmend, antidepressiv, antibakteriell sowie schmerzlindernd. Es eignet sich somit zur Behandlung zahlreicher körperlicher und psychischer Krankheiten und Beschwerden, aber auch zur Vorbeuge sowie zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Mithilfe von Weihrauch lassen sich verschiedene chronische Darmerkrankungen heilen, Gelenkerkrankungen wie Rheuma, Arthritis und Arthtose; Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte, Multiple Sklerose, Asthma und sogar Gehirntumore. Erste Studien weisen darauf hin, dass die Einnahme von Weihrauch das Wachstum von Krebszellen im Darm und anderen Körperteilen signifikant hemmen kann.

 

Weihrauch gilt als natürliches Antidepressivum und kann stimmungsaufhellend, angstlösend sowie beruhigend wirken. Zudem weisen Studien darauf hin, dass die regelmäßige Einnahme von Weihrauch sich positiv auf das Kurzzeitgedächtnis sowie das räumliche Gedächtnis auswirkt. Durch seine abschwellende, entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung wird Weihrauch zudem manchmal als natürliches Kortison bezeichnet und kann eine pflanzliche Alternative zu herkömmlichen Pharmazeutika darstellen. In einigen Ländern, beispielsweise in Indien, gibt es in Apotheken Arzneimittel zu kaufen, die Weihrauch enthalten. Auch in der Schweiz sind derartige Medikamente erhältlich. Das heilende Harz ist in Deutschland allerdings kein offiziell anerkanntes Medikament, sondern gilt als Nahrungsergänzungsmittel. Diese Klassifizierung tut der positiven Wirkung auf die Gesundheit jedoch keinen Abbruch. Weihrauch verfügt über mehr als 200 natürliche Bestandteile. Für ihre entzündungshemmende Wirkung ist überwiegend die Boswelliasäure bekannt. Weihrauch gilt als sehr gut verträglich und bei der Einnahme kommt es selten zu Nebenwirkungen. Falls die empfohlene Tageshöchstdosis überschritten wird, kann es jedoch zu Magenschmerzen, Übelkeit, Sodbrennen oder Durchfall kommen.

 

Geruch der Götter

Im alten Indien räucherten die Menschen mit Weihrauch, um Dämonen zu vertreiben. Im Mittelalter galt das Harz als Hilfsmittel zur Vertreibung von Hexen sowie negativer Energien. Weihrauch verbinden die meisten Leute in erster Linie mit dem Räuchern, denn besonders in Kirchen wird das aromatisch duftende Harz häufig eingesetzt. Weihrauch steht für Reinigung, aber auch für das Gebet, die Verehrung und die Gegenwart Gottes. Das Verbrennen von Weihrauch soll bewirken, dass die Gemeinde sich während der Messe geborgen und beschützt fühlt. Doch auch außerhalb religiöser Zeremonien wird Weihrauch zum Räuchern eingesetzt und soll helfen, negative Energien zu vertreiben, düstere Gedanken zu vertreiben, die Stimmung zu heben sowie die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. In der Aromatherapie gilt Weihrauch als Mittel, welches die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert sowie die Psyche positiv beeinflusst. Schon Hildegard von Bingen verwies im 12. Jahrhundert auf die förderliche Wirkung der Aromen des Harzes und empfahl Räucherungen mit Weihrauch, um Heilungsprozesse zu beschleunigen. Früher verwendeten die Menschen Weihrauch aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung sogar, um Wohnräume von Krankheitserregern und Keimen zu befreien.