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Welcher Ayurveda Typ bist du?

Nature Basics | 04.10.2021

Welcher Ayurveda Typ bist du?

Gesund mit Ayurveda

Ayurveda lässt sich als eine besondere Heilkunst verstehen, die den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit betrachtet und ursprünglich aus Indien stammt. Der Mensch wird dabei innerhalb des Zusammenspiels von Psychologie, Spiritualität sowie medizinischem Wissen definiert und steht damit in enger Wechselwirkung zu seiner Umwelt. Im Gegensatz zur westlichen Medizin werden in Indien die menschlichen Energien berücksichtigt, durch die wir uns voneinander unterscheiden. Erfahre in diesem Artikel mehr über die indische Heilkunst und finde heraus, welcher Ayurveda Typ du bist! 

 

Ayurveda

Ayurveda findet in Indien seit über 5000 Jahren seine Anwendung. Die sogenannte “Wissenschaft des Lebens” wurde erstmals in den Veden erwähnt, die als älteste Schriften der Menschheit bezeichnet werden. Die indische Medizin orientiert sich bei einer Behandlung an der Funktionsweise des menschlichen Körpers und betrachtet gleichzeitig alle Aspekte der Seele und des Geistes. Damit dringt dieses Heilsystem tiefer in die Existenz des Menschen ein und berücksichtigt seine physische und psychische Struktur, wenn es um die Wiederherstellung der Gesundheit geht. Während westliche Medizin Symptome therapiert, sucht die indische Medizin nach den Ursachen des Problems, um diese aus der Welt zu schaffen. 

Ayurveda dient nicht nur zur Wiederherstellung der Gesundheit. Es handelt sich vielmehr um eine Lebenswissenschaft, die dem Menschen den Umgang mit sich selbst nahebringt. Wer genau weiß, was der menschliche Körper braucht, wie er funktioniert und welche Auswirkungen Gedanken und Gefühle auf seine Funktionsfähigkeit haben, kann gesundheitlichen Schäden vorbeugen. Ayurvedische Grundsätze helfen dir dabei, dich mit all deinen Anteilen zu verbinden, um dein individuelles Leben zu führen. 

 

Die Doshas im Ayurveda

Die indische Heilkunst betrachtet den Körper als einen Mikrokosmos, der in einem Makrokosmos lebt und aus fünf Elementen besteht. Dazu gehören Luft, Feuer, Wasser, Erde und der mit physischen Sinnen nicht wahrnehmbare Äther. Die unterschiedliche Verbindung dieser Elemente bringt nicht nur die einzigartige Konstitution des Menschen hervor, der sich dadurch in einen konkreten Ayurveda Typ einordnen lässt. Auch Pflanzen, Tiere und Steine bestehen laut ayurvedischer Lehre aus diesen fünf Elementen. Sie setzen sich in unterschiedlicher Weise zusammen und bilden drei Energien, die als Doshas bezeichnet werden und Vata, Pitta sowie Kapha heißen. 

Alle Doshas wirken gleichzeitig, nur ihre Ausprägung unterscheidet sich. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Konstitutionen des Menschen, die in Indien als Grundlage jeder Behandlung diagnostiziert werden. Ob es dir gut geht, hängt im Ayurveda davon ab, ob deine Lebensweise deinen Grundzustand (Prakuti) unterstützt oder diesen durcheinanderbringt. Mit einer auf deine Doshas zugeschnittenen Ernährung, Heilkräutern und individuellen Übungen lässt sich das natürliche Gleichgewicht der Doshas beeinflussen und wiederherstellen.

Es kann durchaus sein, dass du dein ganzes Leben lang entgegen deiner ursprünglichen Konstitution lebst. Dieses Ungleichgewicht der Doshas wird im Ayurveda als Vikruti bezeichnet und muss geheilt werden, wenn du ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Leben führen möchtest. Dazu solltest du wissen, welchen Einfluss die Doshas besitzen, was sie in dir bewirken und welcher Ayurveda Typ du bist.

 

Vata:

Vata gilt in Indien als das Prinzip der Bewegung. Damit ist auf physischer Ebene die Bewegung von Körperflüssigkeiten gemeint, zu denen der Nährstofftransport, der Abtransport von Abfallstoffen aus den Zellen, die Ausscheidung verwerteter Nährstoffe, die Bewegung der Lymphflüssigkeit sowie die Atmung und das Nervensystem gehören. Gleichzeitig steht Vata für Flexibilität und Kreativität, die du in deinem Leben ausdrückst. Dieses Dosha wird vorrangig durch die Elemente Raum und Luft ausgedrückt. 

 

Pitta:

Auf der körperlichen Ebene lässt sich Pitta - das Prinzip der Umwandlung – im Stoffwechsel und im Hormonsystem erkennen. Nährstoffe werden umgewandelt und zur Verfügung gestellt, während Hormone für das Auslösen unzähliger Zellfunktionen verantwortlich sind. Damit ist klar, dass Pitta eng mit der Darmgesundheit verbunden ist. Neben diesen physischen Wirkungen steht Pitta auch für deine Intelligenz, Schaffenskraft, Lernfähigkeit sowie Aufnahmebereitschaft. Es wirkt vorrangig durch die Elemente des Feuers und des Wassers. 

 

Kapha:

Bei diesem Prinzip geht es um Struktur und Stabilität. Entwickeln sich Dinge in deinem Leben, gibt es Zeiten der Kontinuität, in denen du diese genießen kannst. Dein Bindegewebe, das Immunsystem und deine Gelenke sind ebenfalls von diesem Prinzip abhängig. Es sorgt dafür, dass du dich auf der Erde angekommen fühlst und deinen Platz findest. Gleichzeitig bringt es menschliches Mitgefühl hervor. Kapha drückt sich vorwiegend durch die Elemente Erde und Wasser aus. 

 

Befinden sich die Doshas im Ungleichgewicht, können folgende Symptome auftreten:
Vata: Schlaflosigkeit, Blähungen, Unruhe und Nervosität
Pitta: Wutgefühle, Entzündungszustände, Verdauungsstörungen
Kapha: Übergewicht, Gier, Erkältungskrankheiten

 

Der  Ayurveda Typ  bestimmt deinen Alltag

Anhand dieser Erklärungen lässt sich erahnen, dass die indische Medizin jeden Mensch als einzigartig ansieht, weil er einem speziellen Ayurveda Typ zugeordnet werden kann. Das heißt, dass die Ernährung, der Sport, die Schlafgewohnheiten, Yogapositionen und der gesamte Tagesablauf auf deine Konstitution abgestimmt sein müssen, damit diese Dinge in Einklang mit dem Ayurveda Typ stehen, der du bist. Dadurch wird klar, weshalb symptomorientierte Behandlungen oft keine dauerhafte Heilung bringen. Wird ausschließlich das Symptom behandelt, bleibt die Grundkonstitution unberücksichtigt und unausgeglichen. 

Allerdings bist du kein “starrer” Ayurveda Typ, denn fast alle Menschen lassen sich als Mischtypen einordnen. 
Beispiele:
VataKapha-Typ
PittaVata-Typ
Kapha-Vatta-Pitta-Typ

 

Daher ist es im Ayurveda von großer Wichtigkeit, den Ayurveda Typ zu bestimmen, den du seit deiner Geburt bist. Anschließend wird geschaut, wie weit du dich von diesem entfernt hast. Anhand dieser Anamnese erfolgt die Behandlung. Anders als in westlichen Breiten wird dadurch dieselbe Krankheit bei zwei Patienten nie auf gleiche Weise therapiert.

Welcher Ayurveda Typ du bist, lässt sich aufgrund deiner Nahrungs- und Lebensgewohnheiten herausfinden. Das Internet bietet zwar Literatur in Form von Typentabellen, besser wäre ein Gang zu einem ausgebildeten Ayurveda-Therapeuten, der deinen Mischtyp bestimmen kann. Dabei werden deine Familiengeschichte, eine Zungendiagnose sowie deine körperliche Verfassung berücksichtigt. 

 

Ayurveda  beugt vor

Ayurveda dient der Harmonisierung unausgeglichener Doshas, wird aber in Indien vorrangig als Lebensphilosophie mit vorbeugender Wirkung verstanden. Vata, Pitta und Kapha werden von Tages- und Jahreszeiten, Geschmacksrichtungen, Ernährungsgewohnheiten, Sportarten oder Farben beeinflusst, sodass du die Doshas und ihr harmonisches Miteinander gezielt beeinflussen kannst. Beispielsweise solltest du im Sommer alles meiden, was zusätzliche Hitze hervorruft, wenn Pitta bei dir dominiert. Das bedeutet, dass kühlende Nahrung für dich besser ist und du dich mit körperlicher Anstrengung zurückhalten solltest, solange sommerliche Temperaturen herrschen. 

Auch während des Tages ändert sich das Verhältnis der fünf Elemente, sodass morgens das eine Dosha dominiert, während abends ein anderes Dosha vorherrschend sein kann. Vata ist beispielsweise im Herbst von Natur aus dominant, während sich Pitta im Sommer verstärkt und die Energie von Kapha durch den Winter und Frühlingsanfang steigt. 

 

Ayurveda  und deine Ernährung

Deine Nahrung setzt sich ebenfalls auf den fünf Elementen zusammen, daher kannst du deine Gesundheit mit den Lebensmitteln stärken, die zu deinem Ayurveda-Typ passen. 

Süße Speisen – Elemente Erde und Wasser
Saure Speisen – Elemente Erde und Feuer
Salzige Speisen – Wasser und Feuer
Bittere Speisen – Luft und Raum
Scharfe Speisen – Feuer und Luft
Zusammenziehende Speisen (bitter und sauer) – Luft und Erde

 

Diese Geschmacksrichtungen haben ganz konkrete Auswirkungen auf die einzelnen Doshas:
Süß: Vermehrt Kapha und senkt Vata und Pitta
Bitter: Fördert Vata und senkt Pitta und Kapha

 

Für deine Ernährung bedeutet das, dass du deine Lebensmittel deinem Ayurveda Typ anpassen und damit deine Gesundheit positiv beeinflussen kannst. Zusätzlich wirkt sich auch der Zustand der verwendeten Lebensmittel (roh oder gekocht) auf dein Wohlbefinden aus. 

Ayurveda sieht dich als ganzheitlichen Menschen, der in Wechselwirkung zu allen Dingen und Lebewesen steht. Deine Konstitution lässt sich als Ayurveda Typ definieren, sodass du deine Lebensgewohnheiten auf deine Konstitution abstimmen kannst. Das garantiert dir ein Leben in Gesundheit, Glück und innerem Frieden.

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